München - Der hässliche Büro-Klotz ist tot, es lebe die Abwechslung! Am Vogelweideplatz in Bogenhausen soll einer der schönsten Büroparks Münchens entstehen, der auch Vorbild für künftige Projekte sein soll.
Am Donnerstag wurde das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs vorgestellt. Zwei Star-Architekten aus Spanien planen am Ende der A 94 fünf Hochhäuser mit einer Höhe zwischen 45 und 85 Metern. Und diese Türme sind alles andere als eintönig.
Derzeit bietet das künftige Baugrundstück am Ende der Passauer Autobahn überhaupt keinen einladenden Anblick. Zum einen ist hier noch Baustelle – wegen der Ostausfahrt des Richard-Strauss-Tunnels, zum anderen steht hier derzeit ein architektonischen Tohuwabohu aus dem 63 Meter hohen ESG-Hochhaus und anderen Klötzen, die den dezenten Beton-Charme der frühen 70er Jahre verbreiten.
In Zukunft sollen fünf Hochhäuser für eine aufregende Silhouette am Bogenhauser Tor, so der Name des Projekts, für eine attraktive Einfahrt in die Stadt und ebenso abwechslungsreiche Ausfahrt Richtung Messe sorgen. Die Architekten Enrique Sobejano und Fuensanta Nieto aus Madrid haben sich in einem städtebaulichen Wettbewerb für den Vogelweideplatz unter zwölf Bewerbern durchgesetzt.
Die Architekten planen fünf zwischen 45 und 85 Meter hohe Hochhäuser, die skulpturenartige Formen haben. Der rechte Winkel – in den letzten Jahren die Regel bei Münchner Großprojekten – ist kaum zu finden. "Diese Arbeit stach heraus", erklärte die Vorsitzende des Preisgerichtes Professor Ulrike Lauber. Sie lobte den Entwurf als "markant, aber nicht zu laut". Stadtbaurätin Elisabeth Merk lobte die Pläne als "entscheidenden Beitrag zur weiteren Entwicklung der Münchner Architektur".
Die zusammen 30 000 Quadratmeter großen Grundstücke in dem Entwicklungsgebiet gehören der Stadt, der Zürich Versicherung und der bislang vorwiegend in Polen und Spanien tätigen von der Heyden Group des gebürtigen Münchners Sven von der Heyden. Dieser wiederum hat die Münchner Bayernprojekt mit der Entwicklung des Bogenhauser Tors beauftragt. Insgesamt sollen 90 000 Quadratmeter Nutzfläche geschaffen werden, jetzt sind es 47 000 Quadratmeter. 20 000 Quadratmeter sollen als Grünfläche zur Verfügung stehen.
Kommunalreferentin Gabriele Friderich hofft, dass sie durch den Verkauf des städtischen Grundstückes, auf dem das größte Haus entstehen soll, den Straßenumbau am Vogelweideplatz finanzieren kann.
Der Investor Sven von der Heyden betont, dass die künftigen Hochhäuser am Bogenhauser Tor nicht von der Stadt aus zu sehen sein werden. "Wir haben die Sichtbeziehungen geprüft, man wird sie nicht vom Prinz-Carl-Palais aus Richtung Friedensengel sehen." Er ist zuversichtlich: "Wir wollen, dass die Ergebisse des Wettbewerbs möglichst schnell in einen Bebauungsplan münden." Von der Heyden hofft, dass das nur 24 Monate dauern wird. Dann könnten die ersten Häuser genehmigt und gebaut werden.
Johannes Welte
